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www.rhetorik.ch aktuell: (1. April, 2006)

Unnötige Reduktion aufs Äussere



Im Zusammenhang mit der vielbeachteten Medienkonferenz der Oberstaatsanwaltschaft Zürich zur Anklage gegen Swissair-Verantwortliche wurden spannende Informationen sofort auf allen Kanälen verbreitet. Einhellig berichteten die Medien von diesen Testfall der Justiz: Dass viele Aktenberge verarbeitet werden mussten und nun Gerichte über diezahlreichen Anklagepunkte befinden müssen. Dass der Prozess in verschiedenen Staffeln erfolgte und es weitere Etappen geben wird. Die vielen aussergewöhnlichen Informationen wurden gemäss Pressespiegel deckungsgleich und sachgerecht vermittelt. Der Grundtenor der Angeschuldigten nach der Veröffentlichung der Anklage der Staatsanwaltschaft im Fall Swissair war: "Ich bin mir keiner Schuld bewusst!"
Ein Radiomoderator vom Radio DRS hingegen begann die Einführung seines Berichtes über diese ernsthafte Thematik mit einem Kommentar, analog der Rubrik "Sache Sächeli" in der "gelben Presse": Er schilderte und kommentierte Staatsanwalt Christian Weber nach seiner Kleidung d.h. nach seinem Äusseren:

Er sehe so aus, wie ob er in die Oper gehe - mit dem weissem Hemd und der Fliege. Doch gehe er heute nicht in die Oper, sondern an eine wichtige Medienkonferenz.


Auch früher wurde von Zuhörern und Zusehern immer wieder beanstandet, dass vor allem Frauen nach ihrer Frisur oder dem Outfit, statt nach deren intellektuellen Leistung beurteilt werden. Beispiele :


Wenn Journalisten Persönlichkeiten - trotz berechtigter Kritik - mit unnötigen Bemerkungen aufs Äussere reduzieren, ist dies keine Glanzleistung.


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