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www.rhetorik.ch aktuell: (8. März, 2006)

Klinsmann unter Beschuss



Der Deutsche Fussballbundestrainer Klinsmann kam unter Beschuss, weil er seinen Wohnsitz nicht in Deutschland, sondern in Kalifornien hat.

Klinsmanns Reiseaktivitäten kosten rund 100'000 Euro im Jahr und Klinsmann wurde für verlorene Spiele verantwortlich gemacht. Das Fass zum Überlaufen brachte ein WM-Workshop in Düsseldorf, bei dem Klinsmann abwesend war. Franz Beckenbauer, der Chef des deutschen WM-Organisationskomitees, hatte den Bundestrainer scharf kritisiert:

"Er hätte die Pflicht zur Teilnahme gehabt."


Selbst Politiker hatten sich Beckenbauer angeschlossen. Klinsmann hatte sein Fehlen damit begründet, dass er sich auf die sportlichen Belange konzentrieren wolle. Zudem sei die deutsche Nationalmannschaft durch Manager Oliver Bierhoff und Assistent Joachim Löw gut vertreten.
28 der insgesamt 32 WM-Nationaltrainer waren nach Deutschland gekommen, darunter so prominente Coaches wie Marcello Lippi aus Italien, Sven-Göran Eriksson aus England, Marco van Basten aus den Niederlanden, und Carlos Alberto Pareira aus Brasilien.


Geschickter Schachzug ?

In einem Artikel "Bundestrainer als Blitzableiter" schrieb Pavo Prskalo am 7. März im Spiegel

"Jürgen Klinsmann muss derzeit einige Stürme über sich ergehen lassen. Selbst Grössen wie Franz Beckenbauer poltern gegen ihn. Über die schwachen Leistungen der Nationalspieler dagegen redet kaum jemand. Ein geschickter Schachzug des Bundestrainers. Der nationale Fussball-Notstand ist ausgerufen. Nach dem 1:4 gegen Italien vergeht kein Tag, an dem Jürgen Klinsmann nicht kritisiert wird. Politiker forderten eine Art Untersuchungsausschuss für Testspielniederlagen. Franz Beckenbauer unterstellte dem Bundestrainer gar eine schlechte Kinderstube, weil der 40-Jährige nicht zum WM-Workshop nach Düsseldorf gekommen war. Und was macht der Kritisierte? Er reagiert entweder gar nicht oder mit süffisanter Diplomatie, und erreicht dadurch das, was er will: Ablenkung.


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