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www.rhetorik.ch aktuell: (27. Oktober, 2005)

Hassrede



Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hatte am Mittwoch dem 26. Oktober bei einer Konferenz in Teheran mit dem Titel "Eine Welt ohne Zionismus" eine Vernichtung Israels propagiert.




Auszüge aus dieser Rede:

Youtube. "In diesen Tagen [im Fastenmonat Ramadan und vor der grossen Jerusalem-Demonstration am 28. Oktober] sollte man den Hintergrund des Slogans 'Nieder mit Israel' auch richtig beleuchten.

Der Staat Israel wurde von der globalen Arroganz [Imperialismus] mit dem Ziel gegründet, einen Brückenkopf in die islamische Welt hinein zu errichten, um sie zu bekämpfen. Was in Palästina vorgeht, ist de facto eine Schlacht zwischen dem Welt-Imperialismus und der Heiligen Front der islamischen Welt.

Der Imam [Ajatollah Khomeini] hatte das Verschwinden des Staates Israel von der politischen Bühne prophezeit, genauso wie er das Ende des Ostblocks und (des irakischen Machthabers) Saddam Husseins prophezeit hatte. Das mit dem Ostblock und Saddam ist eingetreten, sogar wir haben das erleben dürfen.

Inschallah [So Gott will] wird die Prophezeiung des Imams bezüglich der Vernichtung Israels durch kontinuierliche Weisheit der Palästinenser auch bald realisiert werden. Eine neue Welle [in Palästina] ist im Anmarsch, und es ist machbar, dass dieser Schandfleck [der Staat Israel] aus der islamischen Welt getilgt wird (...). Bloss sollte man sich mit politischen Details wie dem Abzug [der Israelis] aus dem Gazastreifen nicht blenden lassen."


Wir gehen davon aus, dass in diesem Fall das Sprichwort gilt:

Wer Hass sät, wird auch Hass ernten.


Einige Regierungen haben unmissverständlich kundgetan, dass Worte zur Tilgung, Vernichtung (Ausrottung) eines Landes nicht akzeptiert werden können. Wir müssen in der Geschichte nicht weit zurückblicken und sehen, was Hassrhetorik bewirkt hat.




Nachtrag vom 28. Oktober, 2005: Weltweite Verurteilung

Der Weltsicherheitsrat hat die Äusserungen des von Ahmadinedschad verurteilt. Israel hatte sogar gefordert, Iran müsse aus der Uno ausgeschlossen werden. Israels Aussenminister Silvan Schalom: Die internationale Gemeinschaft müsse zusammenstehen, "um die Iraner zu stoppen". Nach seiner Einschätzung könnte Iran in einem halben Jahr das Wissen für den Bau einer Atombombe besitzen. Teheran entwickle ausserdem Raketen mit einer Reichweite von bis zu 3000 Kilometern.

Ungeachtet der massiven internationalen Proteste doppelte Ahmadinedschad nach. Er wiederholte, Israel müsse von der Landkarte getilgt werden. Er wies die internationalen Proteste gegen seine Aussagen zurück:

"Sie sind frei zu reden, aber ihre Worte haben keine Gültigkeit".




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