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Sie wolle ein solches Rededuell im Fernsehen, damit sie mit ihrem
SPD-Konkurrenten Argumente austauschen könne, sagte Merkel dem
Fernsehsender Sat.1. Damit könne sie einem grösseren Publikum
zeigen, dass die Union tragende Argumente habe.
Schröder hatte sich schon früher zu einem TV-Duell für
den Fall von Neuwahlen im Herbst bereit erklärt.
Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat zwar Merkel am Wochenende
davon abgeraten und findet, die Union müsse sich gut überlegen,
"ob sie diese vergiftete Einladung annimmt".
In einem Fernsehduell hätte Schröder dank seinem meisterlichen
Umgang mit den Medien ein leichteres Spiel.
Nach unserer Prognose werden die Leute vor allem auf die Optik reagieren.
Aeusserliches spielt bei Medienduellen immer eine zu grosse Rolle
(Garderobe, Farben, Gesichtsbild, Blick). Erfahrungsgemäss
beschäftigen sich nur sieben Prozent der Zuschauer mit den
Inhalten. Wir sind überzeugt: Bei Angela Merkel wird bestimmt
wiederum die Frisurfrage wieder aufgewärmt:
Sind die Haare getönt oder doch Natur, gefönt usw.?
Auch der Kanzler kennt die Thematik?
Bei den Duellen in den USA und beim letzten Duellen
Schröder gegen Stoiber schienen Äusserliches und
Rhetorisches über Erfolg oder Misserfolg wesentlich
mit zu entscheiden.
Anderseits werden auch Kleinigkeiten beim Verhalten und bei der Stimme
wahrgenommen. Ein allfälliges Duell Merkel-Schröder gehorcht
zwangsläufig den Gesetzen der Medienwelt. Leider gilt bei Duellen
der Schein oft mehr als das Sein. Die Effekthascherei der modernen
Informationsgesellschaft wird auch diesmal dominieren.
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